• Christine Waitz

Wie ich als Agergrouper das Rennen der IRONMAN 70.3 WM in Nizza erlebt habe

von Volker Marks


Mein großes Ziel der Saison 2019 war die Qualifikation und Teilnahme bei der IRONMAN WM auf Hawaii. Nach der knapp verpassten Qualifikation beim Ironman in Frankfurt am 1.7.2019 konnte ich mich für Ironman 70.3 WM in Nizza qualifizieren und somit bei einer WM teilnehmen. Damit war das monatelanges Training nicht umsonst.


Vorbereitung und Anreise


Die Vorbereitung auf Nizza war ähnlich wie die erste Saisonhälfte , jedoch mit mehr viel Speed und Härte. Für mich war das schon eine große Umstellung, da ich speziell auf Langdistanz trainiert hatte. Es war oftmals stressig und ein kleiner Balance-Akt, das Training in den Arbeitsalltag unterzubringen. Aber ich habe es gut geschafft.

Für die Anreise und Unterbringung in Nizza musste ich nicht lange überlegen - die Wahl fiel auf die Reise mit dem Auto und Unterbringung in einer Ferienwohnung. Mein Anreisetag war der Donnerstag. So konnte ich mich auf den Wettkampf am Sonntag gut vorbereiten und die Strecke besichtigen.


1,9 km Schwimmen im Meer. Darauf freute ich mich am meisten, da mir diese Disziplin am leichtesten fällt.


91,6 km Radfahren. Davor hatte ich schon ziemlich großen Respekt! 350 HM auf halber Strecke – und ich bin definitiv kein Bergfahrer und ich habe auch nie speziell darauf trainiert.


21 km Laufen an der Promenade am Meer mitten in der Stadt. Dort ins Ziel zu laufen wird bestimmt ein tolles Erlebnis sein.




Das Rennen


Nachdem die Mädels am Samstag schon einmal ordentlich vorgelegt hatten, ging es für uns Männer am Sonntag los. Im Profi-Startfeld war fast die komplette "Who is Who" der Szene vertreten.

Für mich ging es in der Startgruppe AK50-54 (zum letzten Mal ;-)) um 8:29 Uhr im Rollingstart inklusive Neoverbot im türkisklaren, aber welligen Meer los. Die Schwimmstrecke absolvierte ich in 33 Minuten. Passt!


Schnell auf das Rad und die flachen 10km raus aus Nizza rollen. Dann kam der erste Berg - also die erste Rampe mit zweistelliger Prozentzahl. Hier war es wichtig, nicht zu überziehen, locker hochzukurbeln mit 270 Watt. Bei Kilometer 26 ist man dann am Fuß des Col de Vence angekommen und hat über eine Strecke von 9km etwas über 900 Höhenmeter vor sich. Athleten, welche mich überholten, versuchte ich auszublenden und mich auf MICH zu konzentrieren – was aber manchmal schon deprimierend war.


Auf der Bergspitze angekommen, ging es kurz bergab, ehe die letzten Höhenmeter auf 1100m anstanden. Danach folgte die kilometerlange, rasante Abfahrt. Leider musste ich viele Stürze sehen und sah einige Athleten am Rand sitzen. Zum Glück waren aber alle soweit wohlauf, so dass sie sich selbst an den sicheren Streckenrand begeben konnten.

Mein Radfahren verlief zwar gut, auch wenn ich wohl selbst zu defensiv den Berg angefahren bin und hier viel Zeit liegen gelassen habe. Aber 3:00 war definitiv meine angepeilte Radzeit. Wichtig auch: Ich bin sicher in der T2 angekommen und konnte das Rennen weiter genießen. Und das tat ich.


Das Laufen an der Promenade war einfach der Wahnsinn. Den ersten Kilometer lief man von der Wechselzone aus durch ein unterirdisches Parkhaus und dann auf die 2x zu absolvierende Runde. Ich konnte schnell meinen Rhythmus finden und meine angestrebte Pace laufen. Aber nach km 3 bekam ich einen kurzen Krampf im Oberschenkel und merkte auch, dass ich meine Laufpace von 4:30 nicht halten konnte. Ich hatte einfach zu viel Kraft beim Radfahren verbraucht.

Am Ende stand die Laufzeit von 1:42 h. 12 Minuten über meinem, Ziel aber trotzdem zufriedenstellend. Nach 5:22 h war ich im Ziel.


Fazit


Ich wäre nicht ich, wenn ich damit zu 100% zufrieden wäre. Trotz des tollen Gefühls, bei der WM dabei gewesen zu sein, verspürte ich auch ein bisschen Enttäuschung darüber, nicht das volle Potential abgerufen zu haben. Da wäre, speziell auf dem Rad, noch was gegangen.

Aber: am Ende steht die Teilnahme bei der 70.3 WM auf der Haben-Seite. Und das bei einer WM mit Austragungsort in Europa und einer der anspruchsvollsten Strecken. Ich bin stolz und freue mich darüber.


Ganz herzlich möchte ich mich bei Tina, Anja und Lars bedanken, dass Sie dabei waren, mich unterstützt und angefeuert haben. Ohne Euch wäre alles halb so schön!!!! DANKE!!!!!!


Auch ein riesen Dank an Christine Waitz, die mich seit einen Jahr betreut und ohne die ich nie so weit gekommen wäre.


Das Gute daran, dass nicht immer alles zu 100% so klappt wie geplant, ist ja gleichzeitig auch ein großer Motivator für weitere Ziele und Rennen. Welche das sein werden? Wir werden sehen!


Die Saison 2020 ist in Plan und wird bestimmt noch besser :-)

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Fotos: Michael Rauschendorfer, Ingo Kutsche, Thomas Futterknecht, Rico Schneller