• Christine Waitz

Athletenbericht: Meine Corona-Saison

von Thomas Keusch


Der Startschuss zum Trainingsauftakt für die neue Saison fiel Anfang November. Top motiviert blickte ich einer Saison entgegen, mit frühem Highlight auf Lanzarote und der ersten Langdistanz seit 2018. Noch nichts ahnend was da noch für Schwierigkeiten warten würden, nahmen wir uns das Ziel, einen ersten Versuch für die Hawaii-Quali zu machen.


Zuerst aber etwas positives: das Training lief vom Start bis zur Off-Season so gut wie noch nie. Christine weiß mittlerweile ganz genau wie sie bei mir Reize setzen kann, ohne dass ich in eine Verletzung oder Übertraining laufe.

Das dieses Jahr allerdings nicht wie ein „normales“ ablaufen sollte, zeigte sich bereits Anfang März, als ich bei einem ersten Laufwettkampf meine Beine testen wollte, dieser aber aus bekannten Gründen abgesagt werden musste.


Aufgeben? Keine Frage!

Eine Woche später hatte ich mein Fahrrad bereits für mein Trainingslager auf Lanzarote gepackt, als die ersten Länder in Europa begannen Ihre Grenzen zu schliessen. Nach langem hin und her entschied ich mich schweren Herzens dazu nicht zu fliegen, was sich zwei Tage später als richtiger Entscheid herausstellte, da auch Spanien den Shutdown beschloss. Nun ging es Schlag auf Schlag und meine beiden geplanten Rennen in Marbella und Lanzarote vielen ebenfalls dem Virus zum Opfer.


In Absprache mit Christine, beschlossen wir die Saison noch nicht aufzugeben (da der Formaufbau wirklich super lief) und nahmen die Möglichkeit von Ironman an, auf das Rennen in Vichy zu wechseln. Diese Hoffnung hielt allerdings auch nicht sehr lange an. Immerhin half es mir die Motivation hochzuhalten und weiterhin Gas zu geben.



Marathon-Bestzeit im Wings-for-Life-World-Run

Wie so viele, absolvierte auch ich in dieser Zeit ein virtuelles Rennen, den Wings for Life World Run. Da man als Triathlet nun nicht wirklich oft die Möglichkeit hat einen reinen Marathon zu laufen, nutzte ich die Gelegenheit mal die 3 Stundenmarke zu knacken.

Daneben wurde ich und andere Athleten von Christine noch zu „Stabi-Weltmeistern“ durch die täglichen Live-Video-Sessions mit ihr.


So viele verschiedene Ziele wie in diesem Jahr hatte ich wohl noch nie. Das nächste hieß Ironman 70.3 Rapperswil. Für dieses sah es auch sehr lange gut aus. Die Absage erfolgte erst knapp 4 Wochen vor dem Rennen. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich im „Triathlon-Mekka“ Roth in einer Trainingswoche mit Christine und anderen Athleten. Tatsächlich bestritt ich da auch meinen ersten Triathlon des Jahres allerdings nur einen Trainingstriathlon. Wer hätte dies Anfang November gedacht?


Trainingslager in Roth


Hoch hinaus für das Highlight

War es dies wirklich schon für dieses Jahr? Nicht ganz, noch einmal versuchte ich mein Glück und meldete mich beim Helveticman an. Einem Extremtriathlon über die Mitteldistanz mit einem kleinen aber starkem Starterfeld.


So kam es am 5. September tatsächlich noch zu einem Rennen. Mit einer Mischung aus Nervosität und Vorfreude stand ich um kurz vor 7 Uhr morgens im kalten Wasser des Vierwaldstättersees und wartete auf den Startschuss.

Nach 2km Schwimmen führte die Radstrecke über 85km und 3400 Hm in die schöne Berglandschaft der Zentralschweiz, wo der abschliessende Halbmarathon mit 750 Hm anstand. Das die Form und das absolvierte Training sehr gut waren zeigte sich am Resultat. Auf Rang 12 Overall (inkl. Profis) lief ich durchs Ziel und war richtig happy, dass ich meine Fitness doch noch unter beweis stellen durfte.



Highlight beim Helveticman

Nach dem ersten Rennen bin ich jetzt bereits wieder in der Off-Season und werde nochmals mit den gleichen Zielen in die neue Saison starten wie bereits vor einigen Monaten. Allerdings mit einem weiteren sehr guten Trainingsjahr in den Beinen, was meine Chancen sicherlich nicht verkleinert.


Vielen Dank an Christine, die auch in dieser turbulenten Saison immer den Überblick hatte und es immer wieder schafft, das Beste aus mir rauszuholen. Auch ein herzliches Dankeschön an alle die mich unterstützt oder mit mir trainiert haben.


In diesem Sinne, let’s see what’s next!


Fotos: Thomas Keusch/ Aldo Zanetti

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